Funktionale Körper- & Stimmentwicklung

die Ausbildung

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Renate Schwank, Basel. Logopädin.

renate bildWie findest Du die Zeitform (Wochenenden)?

    Die Wochenenden sind gut, im Wechsel mit 3-Tagesblöcken.

Was nimmst Du von einem Wochenende mit in Deine Praxis?

    Ich nehme die Übungen, die mich besonders ansprachen, nachdem ich die Inhalte eines Wochenendes nochmals in eine übersichtliche Form für mich gebracht habe.

Welche Verbindungen ergeben sich zwischen Deiner eigenen Stimme und Deiner Unterrichtspraxis?

    Meine eigenen Stimmerfahrungen, sowie die Beschäftigung mit Stimmthemen fliessen direkt in meine Arbeit mit Patienten/Klienten ein.  Durch die eigenen Stimmerfahrungen werde ich hellhörig und sensibilisiert für Stimmprobleme oder Themen der Klienten.

Lässt sich die Körperarbeit in Deine Unterrichtspraxis einbringen?

    Körperarbeit lässt sich gut in meine Arbeit als Stimmtherapeutin einbringen, wenn auch in kürzeren Sequenzen Feldenkrais und Alexandertechnik.

Bei welchen Störungsbildern / Stimmthemen beispielsweise?

    Bei Hyper- und Hypofunktionellen Dysphonien, Verspannungen, Hustenreiz, Globusgefühl im Hals.

Wie hat sich Dein Bild von Stimme verändert?

    Mein Bild von der Stimme wurde vielfältiger und reicher. Ich orientiere mich nicht mehr an falsch, richtig oder physiologisch. Es zählt das, was ich im Moment wahrnehme, ohne es zu bewerten und ich halte es für möglich, dass sich die Stimme sehr schnell verändern kann. z.B. Durch Veränderung der Körperhaltung, oder das bewusste Hören auf Klanganteile.

Welche neuen Ansätze hast Du mitgenommen?

    Die stimulative Pädagogik liegt mir sehr. Ich liebe das Spielen mit verschiedenen Stimmspielzeugen und geniesse die Überraschungen. Das Hören mit grossen Ohren begleitet mich täglich, ebenso wie das Variieren und Gestalten im stimmlichen und sprecherischen Ausdruck.

Welche neuen Schüler/Patientengruppen bzw. Stimmthemen konntest Du Dir erschließen?

    Es kommen jetzt mehr Leute zu mir, die es spannend finden, ihre Stimme zu entdecken. Sie nehmen dabei eine aktive Rolle ein und werden kreativ. Das ist für mich sehr befriedigend, denn es kommt viel zurück und das Arbeiten wird leicht.

Welche Übungen und Spielzeuge aus der Ausbildung verwendest Du besonders gerne?

    Über Nasenflöte, Schläuche, Röhren, Plastikkübel, Gläser usw. in Kontakt mit der eigenen Stimme zu kommen und damit zu spielen, finde ich immer wieder interessant. Es bringt Leichtigkeit und Erheiterung in die Arbeit. Ich wähle oft spontan die Intervention aus, die mir für einen Klienten angebracht erscheint – ohne grosse Vorbereitung. Um diesen Zugriff zu haben, muss ich wissen, was in meinem Rucksack alles drin ist, d.h. dass ich die Spielzeuge und Übungen präsent habe, weil ich sie immer wieder benutze.

Welchen Nutzen habe Deine Schüler / Patienten von der Ausbildung?

    Die Klienten werden dazu angeregt ihrer Wahrnehmung zu vertrauen und spielerisch zu werden. Sie erfahren ihre eigene Kompetenz, mit Stimme und Sprechen umzugehen und Veränderungen zu bewirken. Dadurch sind sie nicht mehr abhängig von einer besser wissenden Therapeutin. Die Klienten/Patienten kommen weg von der Fokussierung auf ein Stimmsymptom, wie Rauigkeit der Stimme, Schleim, Räusperzwang. Sie lernen besser mit der Heiserkeit umzugehen und weniger Atem -Druck zu erzeugen. Auch wenn die Stimme nicht hundertprozentig in Ordnung ist und manchmal geräuschhafter oder leiser wird, geht es darum, das zu akzeptieren und damit umzugehen. Das ist ein Prozess, der eine Zeit lang braucht. Ein Patient drückte es so aus: „Vorher war ich verzweifelt, weil meine Stimme nicht mehr wie früher funktionierte. Ich sah nur noch eine Wand vor mir. Jetzt sehe ich  Verästelungen und Wege, die ich gehen kann.“ Diese Aussage des 70-jährigen Patienten berührt mich sehr. Sie trifft den Kern und Nutzen der Arbeit. Es gibt natürlich auch ab und zu  Menschen, die sich in diesen Prozess nicht einlassen wollen oder können. Diese verabschieden sich  dann nach kurtzer Zeit, weil es ihnen „nichts bringt“, da sie ein Übungspaket erwarteten, etwas „Richtiges“. Für mich ist es jetzt relativ einfach, das zu akzeptieren, ohne mich dabei schlecht zu fühlen.

Wie hat sich Deine Stimme verändert?

    Meine Stimme wurde vielseitiger und freier. Ich fand durch die FKS Ausbildung neue Qualitäten, wie z.B.das Randige und Feine in der Stimme, sowie die bewusste Gestaltung der Klangfarben im Mund-Rachenraum. Diese Qualitäten und Erfahrungen konnte ich dann gut in verschiedene Singarten, wie z.B. Sephardische Lieder oder  auch ins Jodeln integrieren.